Betreuungs- und Pflegedienste

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 151.582 ältere Personen durch mobile Dienste (z.B. Hauskrankenpflege, Heimhilfe) zu Hause betreut; 2.199 Personen nahmen mehrstündige Alltagsbegleitungen und Entlastungsdienste im häuslichen Umfeld in Anspruch. 95.263 Menschen waren – ebenfalls mit finanzieller Unterstützung der Sozialhilfe oder Mindestsicherung – in stationären Einrichtungen (Pflegeheime, Pflegewohnhäuser etc.) untergebracht, 6.968 erhielten eine Kurzzeitpflege im stationären Bereich. Teilstationäre Tagesbetreuung (Tagestätten, Tageszentren) wurde von 7.695 Personen in Anspruch genommen, 3.602 lebten in alternativen Wohnformen (betreubares/betreutes Wohnen). Im Rahmen des Case- und Caremanagements konnte 110.807 Personen geholfen werden.

Mehr als zwei Drittel der betreuten/gepflegten Personen waren Frauen (Ende 2020). Nach Altersgruppen betrachtet, wurden die mobilen Dienste (inkl. Alltagsbegleitungen und Entlastungsdienste) zu 74% und der (teil-)stationäre Bereich (inkl. alternative Wohnformen) zu 80% von 75-jährigen oder älteren Personen in Anspruch genommen; in stationären Einrichtungen zählte mehr als die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner zur Gruppe der Hochbetagten (85 oder älter; mobile Dienste: 39%). Aufgrund der höheren Pflegebedürftigkeit sind in den Heimen mit 74% auch die höheren Pflegegeldstufen stärker vertreten, während von den zu Hause durch mobile Dienste betreuten Personen nur 28% ein Pflegegeld ab der Stufe 4 bezogen.

Die stationären Einrichtungen hatten mit 36.558 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) die meisten Betreuungs- und Pflegepersonen beschäftigt (Ende 2020); in den mobilen Diensten lag der Personalstand um fast zwei Drittel darunter (12.806 VZÄ). Der Frauen-Anteil war beim Personal (mobil: 90%, stationär: 84%) noch höher als bei den zu betreuenden/pflegenden Personen.

Die Bruttoausgaben für die Betreuungs- und Pflegedienste insgesamt betrugen im Jahr 2020 rund 4,4 Mrd. Euro; 83% davon entfielen auf den außerhäuslichen Bereich, der Rest auf die mobilen Dienste (inkl. Alltagsbegleitungen und Entlastungsdienste). Die Nettoausgaben lagen bei insgesamt 2,6 Mrd. Euro, womit 61% der Bruttoausgaben von den Ländern und Gemeinden getragen wurden; 35% waren durch Beiträge und Ersätze der betreuten/gepflegten Personen (und allfälliger unterhaltspflichtigen Angehöriger bzw. Drittverpflichteter) gedeckt, die restlichen 4% kamen aus sonstigen Quellen (z.B. Landesgesundheitsfonds-Mittel, Umsatzsteuerrefundierung). In den mobilen Diensten wurden 69% der Ausgaben aus Sozialhilfe- bzw. Mindestsicherungsmitteln getragen, bei den stationären Einrichtungen waren es 58%; hier fiel der Großteil der Eigenbeiträge an (1,4 Mrd. Euro).

Ergebnisse im Überblick: Betreuungs- und Pflegedienste 2020
Mobile Betreuungs- und Pflegedienste 2015 bis 2020
Mehrstündige Alltagsbegleitungen und Entlastungsdienste 2015 bis 2020
Teilstationäre Betreuungs- und Pflegedienste 2015 bis 2020
Stationäre Betreuungs- und Pflegedienste 2015 bis 2020
Kurzzeitpflege in stationären Einrichtungen 2015 bis 2020
Alternative Wohnformen 2015 bis 2020
Case- und Caremanagement 2015 bis 2020
Plätze in den Betreuungs- und Pflegediensten 2015 bis 2020
Ausgaben und Einnahmen in den Betreuungs- und Pflegediensten 2015 bis 2020
Betreute Personen nach Geschlecht Ende 2020
Betreute Personen nach Altersgruppen Ende 2020
Betreute Personen nach Pflegegeldstufen (PGST) Ende 2020
Betreuungs- und Pflegepersonen (Köpfe) nach Geschlecht Ende 2020
Betreuungs- und Pflegepersonen (Vollzeitäquivalente) nach Geschlecht Ende 2020


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