Arbeitskostenindex

Der arbeitstägig bereinigte Arbeitskostenindex (AKI) der gesamten erfassten Wirtschaft (Abschnitte B-S der ÖNACE 2008) ging im zweiten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahresquartal vorläufig um -0,2% zurück. Diese Reduktion setzt sich zusammen aus dem Anstieg der Bruttolöhne und –gehälter um 2,1% und dem Rückgang der indirekten Arbeitskosten um -7,3%, jeweils je geleistete Arbeitsstunde. Im ersten Quartal 2021 ist der AKI um -3,3% gesunken.

Hinweis: Seit März 2020 gibt es bedingt durch die Corona-Pandemie entsprechende Reaktionen am Arbeitsmarkt wie Betriebsschließungen, Kurzarbeit, Empfehlungen zu Überstunden- und Urlaubsabbau, Quarantäne und ähnliches. Solche Reaktionen und die staatliche Kurzarbeitsunterstützung führen teilweise zu starken Bewegungen bei den Arbeitskosten und den geleisteten Arbeitsstunden. Die Kurzarbeitsunterstützung (zur Reduktion der Arbeitskosten) kann teilweise erst verzögert mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) bearbeitet und ausbezahlt werden. Das AMS stellt diese Daten monatlich zur Verfügung und sie beinhalten zum Teil auch Unterstützungen die mehrere Monate zurückliegen, daher kann in einigen Abschnitten die Revision des Vorquartales (erstes Quartal 2021) höher als gewöhnlich ausfallen.

Produzierender Bereich 1,2% (Abschnitte B-F der ÖNACE 2008)

Im Produzierenden Bereich sind die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde, relativ zum Vorjahresquartal, im Abschnitt „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (E) mit 1,8% am stärksten angewachsen (Löhne und Gehälter +2,5%, indirekte Arbeitskosten -0,5%). Im Abschnitt mit den meisten Beschäftigten, „Herstellung von Waren“ (C), wurde ein Anstieg der Arbeitskosten um 1,5% verzeichnet. In den weiteren Abschnitten wurden ebenfalls vorrangig gemäßigte Bewegungen verzeichnet: beim „Bau“ (F) 1,6%, im „Bergbau“ (B) -1,1% und in der „Energieversorgung“ (D) -3,8%.

Index ohne Prämien

Der arbeitstägig bereinigte Index ohne Prämien stieg im Produzierenden Bereich, relativ zum Vorjahresquartal, um 3,5% an und ist somit stärker gestiegen als der Index inklusive Prämien (+1,2%).

Info: Prämien sind definiert als Entlohnungen, welche nicht mit jeder Lohn- oder Gehaltsperiode bezahlt werden (z.B. 13. und 14. Monatsgehalt, Sonderzahlung für langjährige Unternehmenszugehörigkeit) sowie freiwillige Abfertigungen (z.B. Golden Handshake).

Dienstleistungsbereich -0,8% (Abschnitte G-S der ÖNACE 2008)

Abschnitte G-N der ÖNACE 2008 -0,2%

Im Abschnitt mit den meisten Unternehmen und Beschäftigten, „Handel“ (G), ist der vorläufige Arbeitskostenindex, verglichen mit dem Vorjahresquartal, um 4,0% angestiegen (Löhne und Gehälter +7,5% und indirekte Arbeitskosten -6,3%). Die stärkste Bewegung war im Bereich „Beherbergung und Gastronomie“ (I) mit einem Rückgang von -10,9% messbar. Dieser starke Rückgang war vorrangig bedingt durch eine umfangreiche Kurzarbeitsunterstützung an viele Arbeitgeber in diesem Abschnitt. Auch in anderen Dienstleistungsbranchen bewirkte die staatliche Unterstützung eine Erleichterung bei den Arbeitskosten, wie bei den „Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (N) mit -4,8%, im „Verkehr“ (H) mit -3,7% und bei den „Freiberuflichen/technischen Dienstleistungen“ (M) mit -0,2%. Im Abschnitt „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (K) war der Rückgang von -3,6% jedoch laut vorliegender Datenlage nicht durch die staatliche Förderung bedingt, sondern durch einen allgemeinen Rückgang der Arbeitskosten bei gleichzeitigem Anstieg der geleisteten Stunden.

Abschnitte O-S der ÖNACE 2008 -1,5%

Der arbeitstägig bereinigte Index der Abschnitte O-S verminderte sich relativ zum Vorjahresquartal um -1,5% (Bruttolöhne und –gehälter -0,4%, indirekte Arbeitskosten -5,0%, jeweils je geleistete Arbeitsstunde).

Info: Die Veränderungsraten des aktuellen und des vorherigen Quartals sind vorläufig und können mit der Publikation des nachfolgenden Quartals revidiert werden. Zusätzlich werden jeweils im dritten Quartal die Indexwerte bis zum ersten Quartal des Vorjahres auf Grund der Verfügbarkeit endgültiger Daten revidiert.

Hinweis: Die Abschnitte H bis N und P bis S weisen aktuell keinen signifikanten arbeitstägigen Effekt auf, folglich sind bis zur möglichen Bereinigung der betreffenden Abschnitte die unbereinigten und die arbeitstägig bereinigten Reihen ident.

Info: Die Berechnung des Arbeitskostenindex beruht neben Administrativdaten auch auf statistischen Erhebungen, daher unterliegen die Indexwerte einer gewissen Zufallsschwankung. Diese ist im Dienstleistungsbereich vorrangig durch die Schwankungsbreite der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden aus der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung bestimmt.

Eurostat veröffentlicht die Ergebnisse des Arbeitskostenindex aller EU-Mitgliedstaaten und von anderen teilnehmenden Ländern (aktuell Island, Norwegen, UK und Serbien) in einer öffentlich zugänglichen Datenbank („Arbeitskosten“ > „Arbeitskostenindex“ > „Indizes von Arbeitskosten nach NACE Rev. 2 Tätigkeit - nominaler Wert, Vierteljährliche Daten (lc_lci_r2_q)“)

Ergebnisse im Überblick: Arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der gesamten Wirtschaft (Abschnitte B-S der ÖNACE 2008)
Unbereinigter, arbeitstägig und saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der gesamten Wirtschaft (Zusammenfassung B-S der ÖNACE 2008)
Unbereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Unbereinigter, arbeitstägig und saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der Zusammenfassung O-S der ÖNACE 2008
Arbeitskostenindex insgesamt ohne Prämien für den Produzierenden Bereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008


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