Wirtschaft im Jahr 2020: Historischer Rückgang von -6,7%

Österreichs Wirtschaft verzeichnete im Pandemiejahr 2020 einen historischen Rückgang der Wirtschaftsleistung von -6,7%, der den Einbruch des Jahres 2009 (-3,8%) im Zuge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich übertraf. Nach derzeit vorliegenden Informationen fiel der Rückgang beim wichtigsten Handelspartner Deutschland mit einem Minus von 4,6% weit geringer aus, in der Europäischen Union sank die Wirtschaftsleistung nach vorläufigen Berechnungen um 5,9% (Quelle: EUROSTAT; September 2021).

Das österreichische Bruttoinlandsprodukt zu laufenden Preisen lag im Jahr 2020 bei rund 379,3 Mrd. Euro, das entspricht einem Wert von 42.540 Euro pro Einwohner.

Das aktuelle Ergebnis für 2020 liegt mit -6,7% unter den vorläufigen Schätzungen, die noch auf einer weniger breiten Datenbasis beruhten.

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung fiel im Produzierenden Bereich mit real -5,6% geringer aus als im Dienstleistungsbereich mit real -7,3%. Maßgeblich für den Rückgang im Produzierenden Bereich war die Herstellung von Waren mit real -7,0%. Das Minus im Bauwesen (real -3,0%) fiel im Vergleich dazu geringer aus. Im Dienstleistungssektor zeigte sich der Einbruch besonders deutlich in der Beherbergung und Gastronomie (real -40,1%), bei den Kultur-, Unterhaltungs- und persönlichen Dienstleistungen (real -19,7%) sowie den Verkehrsdienstleistungen (real -13,0%). Der Handel schrumpfte 2020 real um -4,2%, während die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen als eine von wenigen Branchen ein Wachstum (real +5,1%) verzeichneten.

Die Corona-Pandemie hinterließ auch auf der Nachfrageseite massive Spuren. Mit real -6,3% verzeichneten die Konsumausgaben insgesamt einen historischen Einbruch. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte fielen mit einem realen Minus von 8,7% noch deutlicher. Die weitaus stärksten Einbrüche waren beim Konsum von Dienstleistungen (Beherbergung und Gastronomie, Verkehr, Freizeit, Unterhaltung und Kultur) sowie im Bereich Bekleidung und Schuhe zu beobachten. Demgegenüber entwickelte sich der Konsum von Lebensmitteln und Getränken deutlich positiv. Der öffentliche Konsum sank real um 0,5%.

Auch die Nachfrage nach Anlagegütern verzeichnete mit -5,2% einen markanten realen Rückgang. Am stärksten betroffen waren die Fahrzeuginvestitionen (real -10,9%), gefolgt von den Investitionen in Maschinen und Geräte (real -7,8%). Moderater fiel der Rückgang bei den Bauinvestitionen (real -3,7%) und bei der Nachfrage nach immateriellen Anlagegütern (real -3,3%) aus.

Der Einbruch in der Herstellung von Waren spiegelt sich auch in den Warenexporten wider, deren realer Rückgang mit -7,8% stärker ausfiel als jener der Warenimporte (real -6,4%). Deutlich stärker waren die Einbrüche bei den Exporten und Importen von Dienstleistungen (real -17,3% bzw. -16,8%), nicht zuletzt aufgrund der Beschränkungen im Reiseverkehr.

Der wirtschaftliche Einbruch schlug sich auch in den Beschäftigungskennzahlen nieder. Krisenbedingt sanken die geleisteten Arbeitsstunden im Jahr 2020 um 8,7%. Aufgrund der gesetzten Maßnahmen, wie zum Beispiel die Kurzarbeitsregelung, sank die Zahl aller unselbständig und selbständig Erwerbstätigen in Österreich lediglich um 1,9% bzw. um rund 90.000 auf knapp mehr als 4,7 Mio. Beschäftigungsverhältnisse. Das Arbeitnehmerentgelt ging 2020 ebenfalls um 0,4% zurück, wobei diese Position auch die Kurzarbeitsbeihilfen beinhaltet.

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung Hauptgrößen
Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftssektoren, nominell
Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftsbereichen, nominell
Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftsbereichen, real
Verteilung des BIP, nominell
Verwendung des BIP, nominell
Verwendung des BIP, real
Konsumausgaben, nominell
Konsumausgaben, real
Privater Konsum, nominell
Privater Konsum, real
Bruttoinvestitionen, nominell
Bruttoinvestitionen, real
Erwerbstätigkeit nach ESVG-Konzepten
Arbeitnehmerentgelt

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