Pensionen

Die Pensionshöhe ist abhängig vom beitragspflichtigen Einkommen (Bemessungsgrundlage) sowie von der Versicherungsdauer. Da Frauen im Schnitt niedrigere Erwerbseinkommen haben und ihre Versicherungsverläufe vor allem durch Kindererziehung, aber auch durch das unterschiedliche Pensionsantrittsalter kürzer sind, liegen auch die Alterspensionen der Frauen je nach Art der Berechnung um rund 40% bis 50% unter jenen der Männer. Dies bewirkt eine höhere Armutsgefährdung etwa von alleinlebenden Pensionistinnen.

Gesetzliche Pensionsversicherung

Bezogen auf die Daten des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger betrug die durchschnittliche (arith. Mittel) Alterspension (ohne zwischenstaatliche Teilleistungen) bei den Frauen 2020 1.219 Euro und den Männern 2.104 Euro brutto. Die monatlichen Alterspensionen der Frauen waren somit um 42,1% niedriger als jene der Männer (gemessen am Median lag der Unterschied bei 48,6%).

Bei den Invaliditätspensionen (vor dem 60. Lebensjahr bei Frauen bzw. 65. Lebensjahr bei Männern) war die Pensionslücke zwischen Frauen und Männern mit 26,8% dagegen deutlich geringer. Dies ist vor allem auf die im Vergleich zu den Alterspensionen niedrigeren Invaliditätsansprüche der Männer zurückzuführen. 2020 betrugen die Invaliditätspensionen der Frauen im Durchschnitt 1.033 Euro und die der Männer 1.410 Euro.

Das durchschnittliche Zugangsalter bei Eigenpensionen (Alters- und Invaliditätspensionen, ohne Rehabilitationsgeld) lag 2020 bei den Männern bei 61,6 Jahren und bei den Frauen bei 59,5 Jahren. Die Differenz betrug damit insgesamt 2,1 Jahre.

Betrachtet man nur die 2020 neu zuerkannten Pensionen, dann waren die Alterspensionen der Frauen mit 1.447 Euro im Durchschnitt um 42,7% niedriger als jene der Männer mit 2.527 Euro. Bei den Invaliditätspensionen waren es 27,9%. Die Neuzuerkennungen zeigen damit einen ähnlich großen Gender Pension Gap wie die Pensionen insgesamt.

Zum Stichtag 1. Juli 2020 standen den 2.462.389 Pensionen 2.192.662 Pensionsbezieherinnen und -bezieher in der gesetzlichen Pensionsversicherung gegenüber. 269.017 Personen bezogen zwei oder mehr Pensionen. Die Gliederung nach Geschlecht zeigt, dass vor allem Frauen mehr als eine Pension erhielten. Von den 406.702 Bezieherinnen einer Witwenpension hatten laut Dachverband der Sozialversicherungsträger allerdings 183.609 (45,1%) ausschließlich eine Witwenpension. Die Höhe der Witwenpensionen lag 2020 im Durchschnitt bei 958 Euro.

Eine Ausgleichszulage erhielten 198.378 Bezieherinnen und Bezieher. Der Anteil der Ausgleichszulagen - gemessen am Pensionsstand - betrug im Dezember 2020 somit 8,1% (Frauen 8,9%; Männer 6,9%). Eine Ausgleichszulage wird gewährt, wenn das monatliche Nettoeinkommen einer alleinstehenden Person weniger als 966,65 Euro oder als Ehepaar weniger als 1.524,99 Euro beträgt. Insgesamt erhielten 133.545 Frauen und 64.833 Männer eine Ausgleichszulage. Der Frauenanteil lag 2020 damit bei 67,3%. Unter den Ausgleichszulagenbezieherinnen war die Gruppe der Frauen, die zusätzlich zu einer Alterspension eine Ausgleichszulage erhielten, mit 66.273 Bezieherinnen am größten. Die zweitgrößte Gruppe waren Frauen mit Witwenpensionen (44.755 Ausgleichszulagenbezieherinnen).

Beamtenpensionen

Für die Betrachtung der Beamtinnen und Beamten in Ruhe stehen keine Monatsbezüge, sondern Bruttojahreseinkommen zur Verfügung. Das Jahreseinkommen bezieht sich auf die Summe der Einkommen aus Pensionen inkl. Zulagen und allfälligen Bezügen aus aktiver Erwerbstätigkeit pro Person. Demnach betrug der Ruhegenuss von Beamtinnen mit einer Einfach-Pension im Jahr 2020 im Durchschnitt (arith. Mittel) 43.144 Euro und der Beamten 45.140 Euro. Der Ruhegenuss der Frauen war somit um 4,4% niedriger als jener der Männer. Gemessen am Median war der Ruhegenuss der Frauen mit 42.155 Euro sogar um 4,5% höher als jener der Männer mit 40.329 Euro. Im Vergleich zur gesetzlichen Pensionsversicherung waren Beamtinnen in Ruhe demnach wenig bis gar nicht benachteiligt.

Weitere Informationen zum Thema Pensionen und Renten finden Sie auf unserer Website unter 
Sozialleistungen auf Bundesebene – Pensionen und Renten oder Personen-Einkommen – Allgemeiner Einkommensbericht oder Jährliche Personen-Einkommen.

Ergebnisse im Überblick: Pensionseinkommen in der gesetzlichen Pensionsversicherung im Dezember 2020
Neu zuerkannte Pensionen in der gesetzlichen Pensionsversicherung im Dezember 2020
Pensionsbezieher/-innen sowie Pensionen zum 1. Juli 2020
Durchschnittliches Zugangsalter bei Eigenpensionen in der gesetzlichen Pensionsversicherung
Ausgleichszulagenbezieherinnen und -bezieher im Dezember 2020
Mittlere Bruttojahreseinkommen der Beamtinnen und Beamten in Ruhe 2020


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