Warenkorb und Gewichtung

Mit Jahresbeginn 2021 wurde zum zehnten Mal seit 1945 die Indexreihe dem aktuellen Konsum der Bevölkerung angepasst. Der bisherige "Verbraucherpreisindex 2015" wurde durch eine Reihe auf Basis 2020 ersetzt; die Bezeichnung der neuen Reihe lautet daher "Verbraucherpreisindex 2020" (VPI 2020).

Bestimmend für die Struktur des jeweiligen Verbraucherpreisindex sind der Warenkorb (Auswahl der Indexpositionen) und dessen Gewichtung (prozentueller Anteil der einzelnen Indexpositionen an den Gesamtausgaben des Durchschnittshaushalts).

Die Auswahl der in die Preiserhebung einbezogenen Waren und Dienstleistungen (Indexpositionen) soll ein durchschnittliches Verbrauchsverhalten repräsentieren. Deren Anzahl bestimmt die Komplexität der Preiserhebung und die Detailtiefe der verfügbaren Auswertungen. Die Zahl der repräsentativen Indexpositionen erhöhte sich von 197 Gütern im VPI 1958 auf 756 Waren und Dienstleistungen im Jahr 2021.

Für die Erstellung der Gewichtung des VPI im Jahr 2021 wurden auf Grob- und Detailebene die Ausgabensummen der Konsumerhebung (KE) 2019/20 sowie, wenn angebracht, Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) für das Jahr 2019 verwendet.

Grundlagen für die Gewichtung des HVPI im Jahr 2021 waren die Daten über den privaten Konsum der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) für das Jahr 2019 sowie erstmals die Quartalsberechnungen und –schätzungen der VGR für das Vorjahr 2020. Für die Detailgewichtung wurden wie auch beim VPI als Datenquelle Großteils die Auswertungen der Konsumerhebung (KE) 2019/20 verwendet.

Die Erstellung der Gewichtung des HVPI ist EU-Verordnungen, Richtlinien und Empfehlungen unterworfen. Die Verordnung (EU) der Kommission 2020/1148 regelt, dass für die Gewichtserstellung des HVPI für ein gegebenes Jahr t vor allem die Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) für das Jahr t-2 zu Grunde zu legen sind und diese wiederum auf ihre Repräsentativität für das Jahr t-1 hin geprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden müssen. Gemäß einer im Jahr 2020 von Eurostat herausgegebenen Empfehlung sollen die für 2021 erstellten HVPI-Gewichte an die durch die COVID-19 Pandemie im Verlauf des Jahres 2020 stark veränderte Ausgabenstruktur angepasst werden. Dies geschah mit den Informationen, die seitens der VGR mit der Quartalsberechnung für 2020 (t-1) zur Verfügung gestellt wurden.

Die Waren und Dienstleistungen des Warenkorbes wurden nach dem Verwendungszweck in zwölf Verbrauchsgruppen (COICOP-Hauptgruppen) und deren Untergruppen eingeteilt und publiziert.

Im Anhang werden die VPI und HVPI Gewichtung zur Verfügung gestellt. Der VPI beinhaltet alle Ausgaben der Österreicher, ist also nach dem Inländerkonzept erstellt. Der HVPI basiert auf dem Inlandskonzept, hier werden auch die Ausgaben von Touristen in Österreich berücksichtigt. Die Ausgaben für eigentümergenutztes Wohnen und einige weitere Positionen sind nicht im HVPI enthalten. Sonderwarenkörbe, wie z.B. die des Mikro-WKs (Index des täglichen Einkaufs) und des Mini-WKs (Index des wöchentlichen Einkaufs), welche Teilausschnitte des VPI-Warenkorbs darstellen, sind ebenfalls unter „Weitere Informationen“ ersichtlich.