Rauchen

Täglich Rauchende im langfristigen Zeitvergleich

Befragungen zum Rauchverhalten werden bereits seit den 1970er-Jahren in Österreich durchgeführt (Sonderprogramm im Rahmen des Mikrozensus bzw. ATHIS 2006/07). Die Fragenformulierungen früherer Erhebungen weichen zwar etwas von jener der aktuellen Gesundheitsbefragung ab, eine Darstellung der zeitlichen Entwicklung und Trends bei den täglich Rauchenden ist jedoch möglich. Da in den Erhebungen vor 1997 die Fragen zum Rauchverhalten nur an Personen ab 16 Jahren gerichtet waren, wurden für den Zeitvergleich auch für die ATHIS-Erhebungen die Raucherquoten der Personen ab 16 Jahren ermittelt.

Die Raucherquoten entwickelten sich in den letzten Jahrzehnten für beide Geschlechter konträr. In den 1970er-Jahren rauchten 38,7% der männlichen und 9,8% der weiblichen Bevölkerung. Über die Jahre nahm bei den Männern der Anteil der täglich Rauchenden kontinuierlich ab und liegt nun um 15,0 Prozentpunkte niedriger, nämlich bei 23,7%. Bei den Frauen zeigte sich bis 2014 ein gegenteiliger Trend. Der Anteil der Raucherinnen stieg kontinuierlich um insgesamt rund zwölf Prozentpunkte auf 22,2% in 2014 an. Erfreulicherweise kam es aber nach 2014 auch bei den Frauen zu einem Rückgang der Raucherquote um 4,3 Prozentpunkte – sie lag 2019 bei 17,9%.

Beim Vergleich der altersspezifischen Raucher/-innen/-anteile 2014 und 2019 zeigten sich die größten Rückgänge bei der jüngeren Bevölkerung und hier insbesondere bei den Frauen.

Bei den 25- bis 29-jährigen Frauen betrug der Rückgang sogar 13 Prozentpunkte. Rauchte 2014 noch jede dritte Frau in dieser Altersgruppe, war es 2019 nur noch jede fünfte. Bis zum 60. Lebensjahr waren auch in den anderen Altersgruppen Rückgänge in den Raucher/-innen/-anteilen gegenüber 2014 zu verzeichnen, dies traf sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern zu.

Rauchbeginn der täglich Rauchenden

Ein wichtiges Kriterium der Manifestation von Rauchgewohnheiten ist das Alter, in welchem mit dem Rauchen begonnen wird. Der Beginn des täglichen Rauchens wurde retrospektiv erfragt: „In welchem Alter haben Sie angefangen, täglich zu rauchen?“

Nur wenige Männer (4,3 %) und Frauen (5,2 %) begannen bereits in der Kindheit (bis 13 Jahre) zu rauchen. Etwa ein Viertel der täglich Rauchenden startete die Raucherkarriere vor dem 15. Lebensjahr. Mehr als die Hälfte der Frauen und etwa zwei Drittel der Männer vollzogen bis zum Alter von 17 Jahren den Einstieg in das gewohnheitsmäßige Rauchen. Bei Frauen, die zum Zeitpunkt der Befragung 45 Jahre und älter waren, erfolgte der Beginn des täglichen Rauchens etwas später als bei den gleichaltrigen Männern, mit zunehmendem Alter erhöhten sich hier noch die geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Zigarettenkonsum

Im Schnitt rauchten Männer mehr Zigaretten am Tag als Frauen (Männer: 17,1 Stück, Frauen: 13,3 Stück). 15,8 % der Männer und 5,5 % der Frauen waren starke Raucher (21 Zigaretten und mehr). Der Anteil der starken Raucher war bei den Männern in der Altersgruppe von 45 bis 59 Jahren am höchsten (25,1 %). Frauen waren in allen Altersgruppen weniger häufig starke Raucherinnen.

Aktuell werden durchschnittlich weniger Zigaretten geraucht als in den Jahren davor (Ergebnisse 2006/07 und 2014, Männer: 18,5 bzw. 17,3 Stück, Frauen: 14,3 bzw. 13,6 Stück). Auch der Anteil der starken Raucher und Raucherinnen ging zurück. Während 2006/07 ein Fünftel aller täglich rauchenden Männer mehr als 20 Zigaretten am Tag rauchte, betrug der Anteil der starken Raucher 2014 17,3 % und sank 2019 auf 15,8 %. Bei den Frauen ging der Anteil der starken Raucherinnen von 8,3 % in 2006/07 auf 5,6 % in 2014 und schließlich auf 5,5 % in 2019 zurück.

Ex-Raucher und -Raucherinnen

2019 gab es in Österreich rund zwei Mio. Personen, die früher täglich geraucht haben (Männer: 32,5 %, Frauen: 23,7 %, Übersicht 9). Diese Zahl hängt allerdings von der Zahl der gegenwärtigen bzw. früheren Raucherinnen und Raucher ab. Deshalb ist die sogenannte Quitt-Rate, welche die Ex-Rauchenden auf die (bisher) täglich rauchende Bevölkerung bezieht, aussagekräftiger. Frauen rauchten in den letzten Jahrzehnten weniger häufig als Männer, daher ist auch der Anteil der Ex-Raucherinnen in der Bevölkerung wesentlich niedriger als bei Männern. Die Quitt-Raten der Männer und Frauen sind dagegen ähnlich hoch.

Von allen Personen, die jemals täglich geraucht hatten, hörte mehr als die Hälfte damit auf (Männer: 58,0 %, Frauen: 57,1 %). Mit dem Lebensalter stieg der Anteil jener, die das tägliche Rauchen aufgaben. Rund 12 % der früher täglichen Rauchenden gaben an, nun gelegentlich zu rauchen. Am häufigsten änderten die 15- bis 29-Jährigen ihr Rauchverhalten von täglich zu gelegentlich (Männer: 29,8 %, Frauen: 23,7 %).

Gut ein Drittel der täglich rauchenden Bevölkerung wollte im letzten Jahr mit dem Rauchen aufhören, schaffte es aber nicht (Männer: 37,0 %, Frauen: 35,6 %).

Passiv-Rauchen

Tabakrauch gefährdet nicht nur die Raucher und Raucherinnen selbst, sondern auch die Menschen, die Tabakrauch ausgesetzt sind. Hier spricht man von Passivrauchbelastung bzw. Passivrauchen (secondhand smoke). An den negativen Folgen des Passivrauchens besteht heutzutage kein Zweifel mehr. In der Gesundheitsbefragung wurde gefragt, wie häufig man in Innenräumen Tabakrauch ausgesetzt war.

Etwas mehr als ein Viertel der nicht rauchenden Bevölkerung war Tabakrauch in Innenräumen zumindest gelegentlich ausgesetzt (Abbildung 19). Frauen waren seltener betroffen als Männer (21,3 % bzw. 33,6 %). Bei jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 29 Jahren war die Exposition am höchsten, aber auch im mittleren Erwachsenenalter war ein großer Teil der Bevölkerung regelmäßig mit Tabakrauch konfrontiert. Erst ab dem 60. Lebensjahr nahm die Passivrauchbelastung allmählich ab.

6,8 % der Nichtraucher und 5,3 % der Nichtraucherinnen waren sogar täglich einer Passivrauchbelastung ausgesetzt. Weitere 11,5 % der Nichtraucher und 4,7 % der Nichtraucherinnen waren mindestens einmal pro Woche belastet. Weniger als einmal pro Woche waren 15,4 % der Männer und 11,3 % der Frauen, die selbst nicht rauchten, mit Tabakrauch konfrontiert.

Konsum von elektronischen Rauchprodukten

Neben dem Rauchen von Tabakprodukten wurde in der Gesundheitsbefragung auch erstmals nach dem Konsum von E-Zigaretten oder ähnlichen elektronischen Produkten gefragt.

Männer gaben beinahe doppelt so oft wie Frauen an, schon einmal E-Zigaretten oder ähnliche Produkte konsumiert zu haben (Männer: 9,3 %, Frauen: 5,1 %). Über einen derzeit täglichen Konsum dieser Produkte berichteten aber nur 1,0 % der Männer und 0,4 % der Frauen, über einen derzeit gelegentlichen Konsum 2,2 % (Männer) bzw. 1,5 % (Frauen). Am häufigsten gaben junge Männer an, derzeit täglich oder gelegentlich bzw. früher E-Zigaretten konsumiert zu haben (5,1 % bzw. 11,2 %).

Ergebnisse im Überblick: Rauchen

Gesundheitsbefragung 2019

Aktueller Raucherstatus 2019
Raucher (täglich) 2019
Ex-Raucher (bei täglichem Tabakkonsum) 2019
Passivrauchen 2019
Rauchbeginn der täglich rauchenden Bevölkerung 2019

Gesundheitsbefragung 2014

Aktueller Raucherstatus 2014
Tägliches Rauchen 2014
Ex-Raucher (bei täglichem Tabakkonsum) 2014
Rauchbeginn der täglich rauchenden Bevölkerung 2014
Passivrauchen 2014

Gesundheitsbefragung 2006/07

Aktueller Raucherstatus 2006/07
Tägliches Rauchen 2006/07
Rauchbeginn der täglich rauchenden Bevölkerung 2006/07
Passivrauchen 2006/07
Ex-Raucher (bei täglichem Tabakkonsum) 2006/07

Mikrozensus-Sonderprogramme

Entwicklung der Rauchgewohnheiten der Bevölkerung ab 16 Jahren von 1972 bis 1997
Raucherstatus nach Alter und Geschlecht in den Jahren 1979, 1986 und 1997
Rauchintensität der täglich Zigaretten Rauchenden, Entwicklung 1972 bis 1997
Rauchbeginn der täglich Zigaretten Rauchenden, Entwicklung 1972 bis 1997
Raucheranteil der Bevölkerung nach Bundesländern und Geschlecht in den Jahren 1979, 1986 und 1997
Raucheranteil und -frequenz der Bevölkerung nach Bundesländern und Geschlecht, 1997
Raucherstatus und Rauchfrequenz der Bevölkerung 1997
Raucherstatus und Rauchfrequenz der männlichen Bevölkerung 1997
Raucherstatus und Rauchfrequenz der weiblichen Bevölkerung 1997

RauchenPreis in € *)Kostenloser Download

 
 

Rauchgewohnheiten; Ergebnisse des Mikrozensus Dezember 1997

Erscheinungsdatum: 2/2002

 
 

Vergriffen

 
 

(PDF, 4 MB)




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